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Shopware Fair Usage Policy: Was sie für Community-Edition-Shops bedeutet

Martin WeinmayrVonMartin Weinmayr·

Shopware hat im März 2025 seine Geschäftsbedingungen umgestellt und dabei die sogenannte Fair Usage Policy eingeführt. Die Diskussion in der Community war groß. Die Kurzfassung: Die Community Edition bleibt kostenlos, aber Shopware will, dass Shops, die wirklich gut über die Plattform laufen, einen fairen Anteil zur Weiterentwicklung beitragen. Wir erklären, was die Regel konkret heißt, wen sie betrifft und was du tun musst.

Inhalt

  1. Was ist die Shopware Fair Usage Policy?
  2. Die 1-Mio-Schwelle: Was sie wirklich bedeutet
  3. Was passiert, wenn du nicht upgradest?
  4. GMV-Reporting: Pflicht für alle CE-Shops
  5. Wann ein Upgrade sich lohnt

Was ist die Shopware Fair Usage Policy?

Die Fair Usage Policy ist seit dem 24. März 2025 fester Bestandteil der Shopware-AGB. Sie regelt, unter welchen Bedingungen Betreiber der kostenlosen Community Edition (CE) Zugriff auf den Shopware Store (Plugins, Erweiterungen) und das Shopware Account (Subscription-Verwaltung, Support) bekommen oder behalten.

Der Grundgedanke: Shopware ist Open Source und bleibt es. Aber die Plattform und das Ökosystem werden von einem Unternehmen entwickelt, und das muss sich finanzieren. Bisher konnten auch sehr große Shops die CE komplett gratis betreiben und gleichzeitig den vollen Marketplace nutzen. Mit der neuen Regel zieht Shopware eine klare Grenze: Wer ein bestimmtes Umsatzvolumen über die Plattform generiert, soll Teil eines kommerziellen Plans werden.

Die Community Edition selbst bleibt unverändert kostenlos unter der MIT-Lizenz. Du kannst sie herunterladen, selbst hosten, beliebig anpassen und ohne Lizenzgebühren betreiben, egal wie groß dein Shop ist. Die Policy betrifft ausschließlich den Zugang zu Shopware-eigenen Services.


Die 1-Mio-Schwelle: Was sie wirklich bedeutet

Die zentrale Zahl ist 1 Mio. € GMV pro Jahr, gemessen am Bruttoumsatz, der über deinen Shopware-Shop läuft.

Unter 1 Mio. € GMV: Alles bleibt wie gehabt. Du nutzt die CE kostenlos, hast vollen Zugriff auf den Shopware Store und das Shopware Account. Plugins kaufen, Updates ziehen, Support nutzen. Alles ohne Mehrkosten.

Über 1 Mio. € GMV: Du brauchst ein Rise-, Evolve- oder Beyond-Abo, um Store und Account zu nutzen. Das gilt in zwei Richtungen: Bestandskunden, die den bisherigen Zugriff behalten wollen, und Neukunden, die ihn überhaupt erst bekommen wollen. Welches Abo, hängt von deinen Anforderungen ab. Shopware empfiehlt das in der individuellen Beratung, plant nicht automatisch um.

Wichtig: Die Grenze gilt für den GMV, der über den Shopware-Shop selbst entsteht. Wenn ein Unternehmen 50 Mio. € Gesamtumsatz macht, aber nur 800.000 € davon über den Shopware-Shop, gilt die Regel nicht.


Was passiert, wenn du nicht upgradest?

Ein häufiges Missverständnis: Shopware schaltet den Shop nicht ab. Der Shop läuft technisch genau weiter wie vorher. Was wegfällt, ist:

  • Zugang zum Shopware Store: keine neuen Plugin-Käufe, keine Updates für gemietete Erweiterungen
  • Zugang zum Shopware Account: keine Subscription-Verwaltung, kein offizieller Support
  • Aktualisierungen für gekaufte Apps: bereits installierte Plugins funktionieren weiter, bekommen aber keine Updates mehr

Was bleibt:

  • Der Shopware-Core selbst (Open Source, MIT) läuft weiter und kann frei aktualisiert werden
  • Eigene Custom-Plugins funktionieren wie gewohnt
  • Bereits gekaufte Plugins funktionieren, solange sie nicht von einem Server-Side-Check abhängig sind

Praktisch heißt das: Ein Shop, der heute komplett auf Custom-Code läuft und keine Marketplace-Plugins nutzt, ist von der Policy effektiv nicht betroffen. Ein Shop, der stark vom Plugin-Ökosystem lebt, sollte sich Gedanken machen.


GMV-Reporting: Pflicht für alle CE-Shops

Mit der Policy kommt eine Berichtspflicht: Jeder CE-Betreiber muss seinen GMV an Shopware melden, auch wenn du unter der 1-Mio-Schwelle bleibst. Das ist neu und Teil der aktualisierten AGB.

Es gibt zwei Wege:

  1. Automatisches Reporting über die offizielle Extension „Shopware GMV Reporting". Das Plugin überträgt aggregierte Bestelldaten direkt an Shopware. Seit Mitte April 2026 ist die automatisierte Variante voll verfügbar.
  2. Manuelles Reporting über ein jährliches Kontaktformular bei Shopware.

In der Praxis ist die Extension der pragmatische Weg. Sie überträgt keine Detaildaten (keine Kundeninfos, keine Produktlisten), nur den aggregierten Umsatz. Wer Bedenken hat, kann den manuellen Weg gehen.


Wann ein Upgrade sich lohnt

Auch unabhängig von der Policy lohnt sich ein Upgrade auf Rise/Evolve/Beyond in einigen Konstellationen:

  • Hoher Plugin-Anteil im Shop: Wenn dein Shop stark vom Marketplace lebt, ist der laufende Store-Zugriff sein Geld wert.
  • B2B-Features gebraucht: Kundengruppen, rollenbasierte Bestellprozesse, Freigaben. Ab Evolve nativ drin, in CE müsstest du selbst bauen.
  • Bedarf an offiziellem Support: Wer keine eigene Agentur im Rücken hat, profitiert vom Shopware-Support direkt.
  • SaaS-Deployment gewünscht: Nur in der SaaS-Variante (verfügbar in Rise, Evolve, Beyond) übernimmt Shopware Hosting und Updates komplett. Bei Self-Hosting bleibt das in deiner Hand, egal welche Edition.

Wenn du dagegen heute schon mit Custom-Code arbeitest, dein Hosting bei einem spezialisierten Anbieter wie Scale Commerce liegt und eine Agentur die Wartung übernimmt, ist der CE-Weg weiter sehr sinnvoll. Die Frage ist dann nicht „lizenzieren oder nicht", sondern „welches Marketplace-Volumen brauche ich".

Mehr zu den Plattform-Editionen findest du im Detail-Artikel zu Shopware Kosten.


Fazit: Faire Regel, klare Entscheidung

Die Fair Usage Policy ist nicht der Vendor-Lock-in, vor dem manche in der Community gewarnt haben. Die CE bleibt MIT-lizenziert und kostenlos. Was sich ändert: Wer die Plattform inklusive Marketplace stark nutzt und damit über 1 Mio. € GMV macht, beteiligt sich an der Weiterentwicklung. Das ist in der Praxis fair. Auch wenn die Kommunikation rund um die Einführung 2025 nicht immer glücklich war.

Was du jetzt tun solltest:

  1. GMV-Reporting einrichten (Extension installieren oder Kontaktformular kalendarisieren)
  2. Realistisch einschätzen, ob du in 12-24 Monaten über die 1-Mio-Schwelle wachsen wirst
  3. Plugin-Abhängigkeit prüfen: Wie viele Marketplace-Erweiterungen sind kritisch für den Shop?
  4. Bei Unsicherheit Beratung holen. Shopware kommuniziert proaktiv und sucht individuelle Lösungen, kein automatischer Cut

Wenn du gerade vor der Entscheidung stehst, ob ein Upgrade Sinn macht: Wir helfen dir gerne, das im Kontext deiner Plattform-Strategie zu bewerten.

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Häufig gestellte Fragen

Bleibt die Shopware Community Edition kostenlos?
Ja. Die Community Edition ist und bleibt unter der MIT-Lizenz kostenlos. Du kannst sie selbst hosten, anpassen und ohne Lizenzgebühren betreiben. Die Fair Usage Policy betrifft nur den Zugang zum Shopware Store und Shopware Account ab 1 Mio. € GMV.
Ab welchem Umsatz greift die Shopware Fair Usage Policy?
Ab 1 Mio. € GMV pro Jahr, der über deinen Shopware-Shop generiert wird. Darunter ändert sich nichts. Darüber brauchst du ein Rise-, Evolve- oder Beyond-Abo, um Store und Account zu nutzen. Das gilt sowohl für Bestandskunden, die den Zugriff behalten wollen, als auch für Neukunden, die ihn überhaupt erst bekommen wollen.
Was passiert, wenn ich über 1 Mio. € GMV mache und nicht upgrade?
Der Shop läuft technisch weiter. Du verlierst aber den Zugriff auf den Shopware Store: keine Updates für gemietete Plugins, keine neuen Erweiterungen aus dem Marketplace, kein Account-Support. Bereits gekaufte Plugins bleiben funktional.
Wie meldet man den GMV an Shopware?
Über die offizielle Erweiterung 'Shopware GMV Reporting', die aggregierte Bestelldaten automatisch überträgt. Alternativ kannst du den GMV jährlich manuell über ein Kontaktformular melden.
Gilt die Fair Usage Policy auch für Rise, Evolve oder Beyond?
Nein. Die Policy regelt nur den Übergang von Community Edition zu kommerziellem Abo ab 1 Mio. € GMV. Wer bereits ein bezahltes Abo hat, ist nicht betroffen.

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