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Shopware Agentur finden: Worauf es wirklich ankommt

Martin WeinmayrVonMartin Weinmayr·

Die Frage bekommen wir regelmäßig. Und meistens kommt sie von Gründern, Marketing-Leitern oder Geschäftsführern die bereits ein Budget haben, aber nicht wissen nach was sie suchen sollen. Eine Shopware Agentur zu wählen ist nicht wie eine IT-Dienstleistung zu kaufen. Der Partner sitzt mit dir in den strategischen Entscheidungen, beeinflusst die Architektur deines Shops und bestimmt wie dein Business technisch wächst. Eine schlechte Wahl kostet dich nicht nur Budget, sondern zwei Jahre Lebensdauer deines Shops. Hier sind die Fragen die du wirklich stellen solltest.

Inhalt

  1. Gibt es DIE beste Shopware Agentur?
  2. Zwei Typen von Shopware Agenturen
  3. Was macht eine gute Shopware Agentur aus?
  4. Partner-Level und Zertifizierungen verstehen
  5. Referenzen und Case Studies richtig bewerten
  6. Kostenmodelle: Die vier Ausbaustufen
  7. Spezialisierte Agentur oder Freiberufler?
  8. Red Flags bei der Suche

Gibt es DIE beste Shopware Agentur?

Die kurze Antwort: Nein. Es gibt die richtige für deinen Case.

Wer dir pauschal sagt er sei "die beste Shopware Agentur", hat in der Regel nicht verstanden, dass Shopware zwei grundlegend verschiedene Projekttypen bedient. Die Agenturen dahinter sind entsprechend unterschiedlich aufgestellt. Eine Setup-Agentur ist die richtige Wahl für einen Standard-Shop mit Theme, bewährten Plugins und sauberer Konfiguration. Eine Individual-Agentur ist die richtige Wahl für Custom-Plugins, ERP- oder PIM-Anbindung, eigene Checkout-Logik oder Headless-Setups.

Wer beides verspricht, liefert selten beides wirklich gut. Genau deshalb kommt im Folgenden zuerst die Abgrenzung dieser zwei Typen, danach die Kriterien, an denen du erkennst, welche der beiden zu deinem Projekt passt.


Zwei Typen von Shopware Agenturen

Bevor du suchst, musst du eine Sache verstehen. Es gibt im Grunde zwei komplett unterschiedliche Arten von Shopware Agenturen. Die arbeiten anders, denken anders und liefern andere Ergebnisse.

Typ 1: Setup-Agenturen

Die machen das Shopify-Modell auf Shopware. Theme auswählen, Plugins wählen, konfigurieren, Produkte einpflegen, Go-Live. Das ist solide Arbeit. Du bekommst einen funktionierenden Shop, der auf bewährten Bausteinen basiert. Schnell, planbar, kosteneffizient.

Diese Agenturen sind richtig gut darin, Standard-Anforderungen sauber umzusetzen. Sie kennen die besten Themes, wissen welche Plugins stabil laufen und welche Probleme machen. Sie haben Prozesse die effizient sind, weil sie das Setup viele Male gemacht haben.

Typ 2: Individual-Agenturen

Die programmieren. Individuelle Plugins, eigene Frontends, tiefe Systemintegrationen, komplexe Geschäftslogik. Dein Shop wird wirklich an dich angepasst, nicht du an den Shop. Das dauert länger, kostet mehr, aber das Ergebnis ist einzigartig.

Diese Agenturen haben Architekten und Senior-Entwickler die Shopware auf Code-Ebene verstehen. Sie bauen Lösungen die es als Plugin nicht gibt, weil dein Problem zu spezifisch ist.

Warum das wichtig ist: Eine Agentur die richtig gut im Setup ist, wird bei individuellen Projekten wahrscheinlich nicht glänzen. Und umgekehrt. Das sind einfach andere Arten von Projekten, andere Fähigkeiten, andere Teamstrukturen. Eine Setup-Agentur hat Projektmanager und Konfiguratoren. Eine Individual-Agentur hat Architekten und Entwickler. Beides hat seine Berechtigung.

Frag dich also zuerst: Was für ein Projekt habe ich? Wenn du einen sauberen Standard-Shop brauchst, nimm eine Typ-1-Agentur. Wenn du individuelle Anforderungen hast die über Plugins hinausgehen, brauchst du Typ 2. Eine Agentur die ehrlich sagt "Das ist nicht unser Ding" ist besser als eine die alles verspricht.


Was macht eine gute Shopware Agentur aus?

Das Wichtigste zuerst: Es muss menschlich passen.

Klingt banal. Ist es nicht. Du arbeitest mit dieser Agentur Monate zusammen. Ihr sitzt in Workshops, diskutiert Architektur, streitet über Prioritäten. Wenn die Chemie nicht stimmt, wird das Projekt zäh. Egal wie viele Zertifikate an der Wand hängen.

Eine gute Agentur erkennst du daran, wie sie Fragen stellt. Nicht ob sie Fragen stellt. Sondern welche. Fragt sie nach deinem Umsatz pro Kanal? Nach deinen Retouren-Quoten? Nach dem Grund warum du wechseln willst? Fragt sie auch mal "Warum?" wenn du sagst "Wir brauchen Feature X"? Dann hört sie zu. Dann will sie verstehen, nicht verkaufen.

Die beste Agentur stellt nicht die Plattform in den Mittelpunkt, sondern dein Business. Sie hört dir zu, bevor sie eine Architektur vorschlägt. Sie fragt nach deinen Anforderungen drei Jahre im Voraus, nicht nur morgen. Sie sagt dir ehrlich wenn Shopware nicht die richtige Wahl ist.

Ein guter Partner:

  • Versteht dein Geschäftsmodell, nicht nur die Software
  • Stellt unbequeme Fragen. "Braucht ihr das wirklich?" ist keine Arroganz, sondern Sorgfalt
  • Hat Erfahrung mit Shops in deiner Größenklasse und deiner Branche
  • Kann dir sagen was möglich ist und was nicht (und warum)
  • Zeigt dir langfristig wo dein Tech-Stack wächst
  • Will dass dein Shop unabhängig läuft, nicht dass du von der Agentur abhängig bist

Partner-Level und Zertifizierungen verstehen

Shopware hat ein Partner-Programm mit verschiedenen Leveln. Platinum, Gold, Silver, Bronze. Manche Agenturen werben damit stark. Das ist ein bisschen wie angeben dass du ein Diplom hast. Wichtig, aber nicht alles.

Hier ist was die Level wirklich bedeuten:

Platinum Partner: Das höchste Level. Sehr wenige Agenturen im DACH-Raum. Erfordert neben technischer Kompetenz auch signifikanten Lizenzverkauf. Wir waren selbst mal Platinum. Sind es nicht mehr, weil wir zu wenig Lizenzen verkaufen. Die bittere Wahrheit: Platinum hängt nicht nur an der Qualität deiner Arbeit, sondern auch daran wie viel Umsatz du für Shopware generierst. Das sagt über die Agentur weniger aus als du denkst.

Gold Partner: Hohes Niveau. Aktive Mitarbeit bei Release Planning, Zugang zu Early Access Features. Das Level zu halten erfordert kontinuierliche Investition ins Team und die Plattform. Eine Gold-Agentur hat die Ressourcen um dich bei komplexen Anforderungen zu unterstützen.

Silver Partner: Stabiler Standard-Level. Auch hier musst du echte Kompetenz nachweisen. Die meisten etablierten Agenturen sind Silver oder Gold.

Bronze oder keine Zertifizierung: Kann alles sein. Von Freiberufler mit Spezialisierung bis Agentur die sich bewusst gegen die Zertifizierung entschieden hat. Nicht schlecht, aber du musst genauer hinschauen.

Was ist wichtiger als das Level?

  • Hat die Agentur Shopware 6 Expertise? SW5 ist veraltet, SW6 ist nicht kompatibel, das ist eine komplett andere Architektur.
  • Wie viele Stores hat sie gebaut? Ab 20, 30, 50 Stores siehst du welche Muster sie erkennt.
  • Ist sie aktiv in der Community? Shopware hat eine lebendige Community, gute Agenturen sind dort sichtbar.
  • Erfahrung hilft. Shopware ist ein System wo Erfahrung echte Vorteile bringt, weil die Architektur komplex ist und du viele Fallstricke erst nach Jahren kennst. Aber jemand der seit zwei Jahren Shopware macht ist deswegen kein schlechter Entwickler. Es kommt darauf an was diese Person in der Zeit gebaut hat und wie tief sie eingestiegen ist.

Die ehrliche Einschätzung: Ein Partner-Level zeigt dass die Agentur investiert. Aber es ist kein Beweis dafür dass sie dein Projekt gut macht. Wir haben Platinum-Agenturen gesehen die schlechte Projekte abliefern. Und Silver-Partner die exzellente Arbeit machen.


Referenzen und Case Studies richtig bewerten

Jede Agentur-Website hat Case Studies. Meistens schöne Screenshots und ein paar Zahlen. "Conversion +30%", "Umsatz verdoppelt", "Performance um 60% schneller". Das Problem: Das sind immer die besten Projekte. Die mittelmäßigen und die gescheiterten siehst du nicht.

Worauf du wirklich achten solltest:

Größe und Komplexität des Projekts: Ein perfekter Shop mit 100 SKUs ist nicht vergleichbar mit 50.000 SKUs oder komplexen B2B-Strukturen. Wenn du einen großen mehrsprachigen B2B-Store brauchst, suche nach Referenzen in genau dieser Liga.

Wie lange laufen die Stores?: Ein Shop der seit drei Jahren läuft ist wertvoller als einer der gerade gestartet wurde. Zeit-zum-Markt ist eine Sache. Aber ein Shop der über Jahre stabil läuft und wächst zeigt dass die technischen Entscheidungen richtig waren.

Sind die Kunden benannt oder anonym?: Benannte Kunden sind ein hohes Vertrauens-Signal. "Melitta Shop", "Fischer Sports", "Schöffel". Da kannst du reingehen und prüfen. Anonyme Case Studies sind billiger für die Agentur und weniger aussagekräftig für dich.

Hat die Agentur die Anforderungen ähnlich verstanden wie du?: Das ist die wichtigste Frage. Nicht "ist der Shop schön?", sondern "hat die Agentur die gleichen Anforderungen identifiziert wie ich?". Das zeigt dass sie richtig gehört haben.

Frag die Agentur nach zwei, drei Referenzkunden die du direkt anrufen darfst. Nicht "die besten Projekte", sondern "Kunden die nach zwei Jahren noch zufrieden sind". Echte Fragen die du stellen kannst:

  • Wie war die Zusammenarbeit während des Projekts?
  • Sind die Schätzungen eingehalten worden?
  • Wie läuft der Support nach Launch?
  • Würde der Kunde die Agentur wieder beauftragen?

Kostenmodelle: Die vier Ausbaustufen

Das ist die Frage die jede Agentur am liebsten vermeiden würde. Deshalb nennt sie meistens keine Preise. "Das ist zu individuell" heißt es. Das ist wahr. Aber nicht hilfreich für dich.

Aber bevor wir über Zahlen reden, etwas Grundsätzliches: Viele Projekte starten mit Preisen, obwohl zentrale Dinge noch ungeklärt sind. Design ist unbekannt. Prozesse nur grob beschrieben. Technische Abhängigkeiten offen. Und trotzdem gibt es "konkrete" Angebote.

Das Problem ist nicht der Preis. Das Problem ist, so zu tun als wäre er belastbar.

Ohne Klarheit gibt es keine belastbaren Preise. Ohne Design keine präzise Aufwandsschätzung. Ohne echtes Prozessverständnis bleiben nur Annahmen. Eine gute Agentur hat in dieser Situation zwei saubere Optionen: Entweder sie sagt offen "Das ist ein Preisindikator, kann gerne doppelt so teuer werden." Oder sie schätzt bewusst mit Erfahrung und erklärt klar worauf diese Schätzung basiert. Beides ist ehrlich. Unsauber ist, Unsicherheit zu verschweigen.

Die richtigen Fragen an deine Agentur sind daher nicht "Warum seid ihr teurer?" Sondern:

  • "Fehlt euch noch etwas, um einen belastbaren Preis abgeben zu können?"
  • "Wie schätzt ihr die Umsetzung ohne finales Design ein?"
  • "Worauf basieren eure Annahmen konkret?"
  • "Welche Spannbreite seht ihr aus Erfahrung?"

Und noch etwas: Wenn eine Agentur Dinge anbietet die du nicht explizit genannt hast, ist das nicht automatisch Upselling. Es sind oft Bausteine die in nahezu jedem Projekt vorkommen. Sie wegzulassen macht ein Angebot günstiger, aber nicht belastbarer.

Hier ist wie Shopware-Projekte grundsätzlich strukturiert sind. Nicht ein Preis, sondern vier klar unterschiedliche Ausbaustufen:

Theme + Konfiguration

Du kaufst ein bewährtes Theme, passt es an, bindest Produkte an, konfigurierst Zahlungsarten und Versand. Keine oder sehr wenige individuelle Entwicklung. Das günstigste Setup.

Kosten: 15.000+ EUR. Dauer: 2-6 Wochen.

Gut für: Shops mit Standard-Anforderungen. Kleine bis mittlere B2C-Stores ohne spezielle Geschäftslogik. Startups ohne großes Budget.

Realität: Die meisten Agenturen machen Theme-Konfiguration ungern. Die Margen sind dünn, der Aufwand für den Verkauf ist gleich wie bei individuellem Frontend. Viele Agenturen sagen dir dass das nicht ihr Bereich ist. Für Theme-Konfiguration gibt es gute Freiberufler und kleine Agenturen. Das ist ehrlich die richtige Wahl.

Individuelle Anpassungen + Anbindungen

Jetzt wird es real. ERP-Anbindung (SAP, Navision, eigenes System), PIM-Integration (Produktinformationen), individuelle Apps, spezielle Checkout-Logik. Die Standard-Apps reichen nicht mehr. Dein Shop ist einzigartig in wie er arbeitet.

Kosten: 50.000+ EUR. Bei echten Anbindungen (ERP, PIM) schnell 100.000+ EUR. Dauer: 3-6 Monate.

Gut für: Mittlere B2C-Stores mit speziellen Anforderungen. B2B-Shops mit Kundengruppen-Preisen und eigenen Katalogen. Stores die in dein bestehendes System integrieren müssen.

Realität: Das ist wo die meisten etablierten Agenturen arbeiten. Du hast genug Budget um saubere Arbeit zu machen. Du hast komplexe Anforderungen aber nicht "vollständig individuell". Das ist der optimale Bereich für gute Agenturen.

Individuelles Frontend + tiefe Integration

Kein vorgefertigtes Theme. Du baust mit den Entwicklern ein eigenes Design als Ausgangsbasis. Tiefe Systemintegration. Komplexe Geschäftslogik die nicht standardmäßig abzubilden ist. Dein Shop unterscheidet sich in der Code-Basis.

Kosten: 100.000+ EUR. Dauer: 4-6 Monate.

Gut für: Größere B2B-Stores mit individuellen Anforderungen. Premium-Marken wo das Design absolut kritisch ist. Stores mit speziellen Geschäftsregeln die nicht von Haus aus funktionieren.

Realität: Das ist anspruchsvolle Agenturarbeit auf hohem Niveau. Erfordert echte Architektur-Kompetenz. Du brauchst einen Partner der nicht nur Plugin-Entwickler sondern Systemarchitekten hat. Die Qualität des Ergebnisses hängt zu 70% davon ab wie gut die Agentur dein Problem verstanden hat, bevor sie Code schreibt.

Headless

Frontend und Backend komplett getrennt. Du baust mit Nuxt, Next.js, Vue. Dein eigener Tech-Stack im Frontend. Shopware ist eine reine API. Das höchste Level an Flexibilität.

Kosten: 150.000+ EUR. Dauer: 5-8 Monate.

Gut für: Enterprise-Stores mit höchsten Anforderungen an Frontend-Technologie und Geschwindigkeit. Mehr dazu in unserem Artikel zu Headless Commerce. Omnichannel-Szenarien wo du mehrere Frontend-Clients vom gleichen Backend fütterst. Wenn du unabhängig von Theme-Updates sein willst.

Realität: Höhere initiale Investition, aber über 3-5 Jahre günstiger weil Updates ein anderes Spiel sind. Ein Theme-Update kann bei monolithischem Shopware dein gesamtes Frontend beeinflussen. Bei Headless betrifft es nur die API-Schicht. Das ist das lange Spiel.

Das Wichtige: Die Gesamtkosten (Total Cost of Ownership) sind nicht die Summe was du fragst, sondern was es über drei Jahre kostet. Eine detaillierte Aufschlüsselung findest du im Artikel Shopware Kosten. Theme-Konfiguration ist am günstigsten am Anfang, aber wenn dein Shop wächst wirst du später neu bauen. Headless ist am teuersten am Anfang, aber der Wartungsaufwand ist über Jahre niedriger.


Spezialisierte Agentur oder Freiberufler?

Das ist eine echte Frage. Nicht immer brauchst du eine Agentur mit 20 Leuten. Manchmal reicht ein sehr guter Freiberufler.

Nimm einen Freiberufler wenn:

  • Dein Projekt in Theme-Konfiguration liegt
  • Du nur eine oder zwei dedizierte Features brauchst, nicht eine komplette Plattformüberführung
  • Du selbst oder im Team IT-Kompetenz hast um den Freiberufler zu briefen
  • Du zeitliche Flexibilität hast (Freiberufler haben oft Kapazitätslücken)
  • Du nicht zwingend ein Sicherheits-Audit oder Compliance-Nachweise brauchst

Nimm eine Agentur wenn:

  • Dein Projekt ab individuelle Anpassungen liegt (Integrationen, eigene Apps)
  • Du ERP-Integration, PIM, Payment-Gateways anbinden willst
  • Du einen dedizierten Ansprechpartner für Strategiefragen brauchst, nicht nur Code
  • Du Sicherheit und Compliance brauchst (Audits, Backups, Notfall-Support)
  • Du möchtest dass dein Shop in 3-5 Jahren nicht wieder neu gebaut werden muss

Die ehrliche Aussage: Agenturen sind zuverlässiger, aber teurer. Freiberufler sind günstiger, aber höheres Risiko. Beide haben ihre Berechtigung. Es hängt von deinem Projekt ab.


Red Flags bei der Suche

Einige Dinge sollten dich warnen:

"Wir bauen Shopware, Shopify, WooCommerce, Magento, alles."

Hier kommt es auf die Größe an. Eine Agentur mit 50+ Leuten kann mehrere Plattformen mit eigenen Teams abdecken. Aber eine Agentur mit 5 bis 15 Leuten die alles anbietet? Das ist unrealistisch. Shopware allein zu verstehen braucht Jahre. Das machst du in einem kleinen Team nicht nebenbei mit vier anderen Plattformen. Schau dir an ob es dedizierte Teams pro Plattform gibt oder ob die gleichen Leute alles machen.

Keine benannten Referenzen

Wenn die Agentur dir keine konkreten Kundennamen nennt die du anrufen darfst, frag warum. Die Antwort sollte sein "Natürlich, hier sind drei Nummern." Wenn es "Naja, die dürfen nicht genannt werden" ist, ist das verdächtig.

Unrealistisch günstige Angebote

Wenn ein Angebot für ein Stufe-2-Projekt bei 15.000 EUR liegt, fehlen Bausteine. Dinge die in nahezu jedem Projekt vorkommen. Die wegzulassen macht ein Angebot günstiger, aber nicht belastbarer. Frag konkret: Was ist nicht enthalten? Was passiert wenn wir Feature X doch brauchen?

Viel verkaufen, wenig zeigen

Marketing-Sprache ohne konkrete Fachkompetenz. "Wir sind Innovatoren", "Wir nutzen agile Methoden", "Wir sind Full-Stack". Aber keine konkreten Projekte, keine Fallbeispiele, keine Zahlen. Das ist Luft.

Nicht auf technische Fragen antworten können

Während des Erstgesprächs fragst du nach Shopware-spezifischen Dingen. Headless-Anforderungen. Commerce Plugin. Das Admin Panel. Die Agentur antwortet ausweichend. Das ist ein klares Signal dass der Verkäufer gut reden kann, aber nicht der Techniker der dein Projekt macht.


Worauf es beim Erstgespräch wirklich ankommt

Vergiss die Partner-Level für einen Moment. Vergiss die Case Studies. Das Erstgespräch entscheidet. Nicht weil dort die besten Verkäufer sitzen, sondern weil du dort merkst ob die Agentur dich versteht.

Gute Gespräche haben diese Struktur:

  1. Die Agentur hört zu. Nicht verkauft. Fragt. Und fragt nochmal "Warum?".
  2. Sie stellt Fragen die zeigen dass sie dein Business versteht. Nicht nur "Was braucht ihr?", sondern "Warum braucht ihr das? Was passiert wenn ihr es nicht habt?"
  3. Sie sagt wo Shopware die beste Wahl ist. Und wo vielleicht nicht. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Ehrlichkeit.
  4. Sie zeigt konkrete Erfahrung mit ähnlichen Szenarien. "Wir haben gerade einen Store mit diesem Anforderungs-Profil gebaut."
  5. Du merkst: Diese Person interessiert sich für mein Problem. Nicht für meinen Auftrag.

Das "Warum" ist der Schlüssel. Eine Agentur die nie fragt warum du etwas brauchst, wird dir bauen was du sagst. Nicht was du brauchst. Das ist ein großer Unterschied. Die besten Projekte entstehen wenn beide Seiten verstehen was das Ziel ist, nicht nur was die Anforderung ist.

Was du vermeiden solltest:

  • Agenturen die sofort mit Angebot kommen. Der erste Termin ist zum Verstehen, nicht zum Verkaufen.
  • Agenturen die nicht über ihre technischen Risiken sprechen. Gute Shops sind nicht ohne Kompromisse. Das sollte offen liegen.
  • Agenturen die dich mit Referenzen blenden aber keine Fragen zu deinem konkreten Setup stellen.

Die dasistweb Perspektive

Wir arbeiten seit 2012 mit Shopware. Nicht nebenbei. Wir waren mal Platinum Partner, aktuell sind wir Gold. Platinum hängt auch am Lizenzverkauf, und das ist nicht unser Fokus. Unser Fokus sind gute Projekte. SW6 Co-Entwickler, seit 2011 Stores gebaut, 56+ Zertifizierungen im Team.

Das heißt nicht dass wir die einzige gute Agentur sind. Es gibt jüngere Teams die exzellente Arbeit machen. Erfahrung ist kein Monopol auf Qualität. Aber bei Shopware hilft sie, weil die Architektur tief ist und du viele Muster erst erkennst wenn du sie mehrfach gebaut hast.

Wir arbeiten fast ausschließlich in individuellen Anpassungen bis Headless. Theme-Konfigurationen machen wir nicht. Das ist nicht unser Bereich. Dafür gibt es andere Agenturen, und das ist OK so.

Unsere Projekte sind die, wo wir echten Mehrwert liefern. Komplexe B2B-Portale, Premium B2C mit individuellen Anforderungen, tiefe Systemintegrationen. Da können wir den Unterschied machen.

Was wir gelernt haben: Der Partner ist wichtiger als die Plattform. Shopware ist eine sehr gute Plattform. Aber ein Shop ist nur so gut wie die Agentur die ihn baut. Und die Zusammenarbeit die während dem Projekt passiert.


Fazit: Die richtige Agentur finden ist ein Investment

Du wählst nicht einfach ein Tool aus. Du wählst einen Partner für die nächsten 3-5 Jahre. Dein Shop wird von seinen Entscheidungen geprägt. Der Code-Stil. Die Architektur. Die Skalierbarkeit.

Nimm dir Zeit dich umzuschauen. Sprich mit mehreren Agenturen. Nicht weil du Preise vergleichst (die sind unterschiedlich), sondern weil du verstehen willst wie jede die Dinge sieht.

Die beste Agentur ist nicht die mit dem höchsten Partner-Level oder den meisten Jahren. Es ist die, bei der du nach dem Erstgespräch denkst: "Die haben verstanden was ich will. Und sie haben Fragen gestellt an die ich selbst nicht gedacht habe." Das ist der Moment wo du weißt dass es passt.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet es mit einer Shopware Agentur zu arbeiten?
Das hängt vom Projekt ab. Eine Beratung kostet 3-8k, ein Shop 50-200k+. Wer nach Stunden rechnet sollte mit 80-150€/Std rechnen. Achte auf Transparenz.
Woran erkenne ich eine gute Shopware Agentur wirklich?
Echte Referenzen, klare Kostenaufschlüsselung, und sie können erklären warum sie ihre Technologie-Entscheidungen treffen. Red Flag: "Wir machen alles" ohne Spezialisierung.
Sollte ich eine Agentur oder einen Freelancer für meinen Shop nehmen?
Freelancer für kleine Customizations, Agentur für größere Projekte mit Supportbedarf. Eine Agentur hat Redundanz, Qualitätssicherung und ist ein Ansprechpartner.
Was bedeuten Shopware Partner-Level und Zertifizierungen wirklich?
Platinum bedeutet viel Umsatz mit Shopware, nicht automatisch bessere Qualität. Wichtiger sind spezifische Skills und echte Case Studies im deinem Bereich.
Welche ist die beste Shopware Agentur?
Die beste Shopware Agentur gibt es nicht. Es gibt die richtige für deinen Case. Eine Setup-Agentur ist die richtige Wahl wenn du einen Standard-Shop sauber und effizient live bringen willst. Eine Individual-Agentur ist die richtige Wahl wenn du eigene Plugins, tiefe ERP- oder PIM-Anbindung, individuelle Checkout-Logik oder Headless-Setups brauchst. Wer dir pauschal sagt er sei "die beste", macht in der Regel beides nicht wirklich gut.
Wie finde ich die beste Shopware Agentur für mein Unternehmen?
Drei Schritte. Erstens: definiere deinen Case (B2C-Standard, B2B mit Kundenportal, Migration von SW5 oder Magento, Headless, Enterprise-Performance). Zweitens: frage Agenturen nach konkreten Referenzen genau in diesem Case, nicht nach "Shopware-Projekten generell". Drittens: stell im Erstgespräch technische Fragen (Habt ihr eigene Plugins entwickelt? Wie geht ihr mit SW6-Major-Updates um? Wie sieht euer Setup mit der Message Queue aus?). An den Antworten erkennst du Setup-Agentur vs. Individual-Agentur sofort.

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