Zum Hauptinhalt springen
Antwort in 1 Werktag
Zurück zu Wissen

Shopware B2B: Von der B2B Suite zu den B2B Components

Martin WeinmayrVonMartin Weinmayr·

Wenn du nach der Shopware B2B Suite suchst, ist die wichtigste Nachricht zuerst: Die Suite ist ein Auslaufmodell. Shopware hat den B2B-Bereich neu gebaut, und der Nachfolger heißt B2B Components. Wer heute ein B2B-Projekt startet, startet mit den Components. Wer die alte Suite im Einsatz hat, sollte die Migration einplanen.

Wir bauen seit Jahren B2B-Portale mit Shopware, mit individuellen Preisen, Freigabeprozessen, reservierten Mengen und ERP-Anbindungen. Hier ordnen wir ein, was sich geändert hat, was die B2B Components konkret können, auf welchem Plan sie liegen und wo weiterhin echte Integrationsarbeit anfällt.

Inhalt

  1. Das Wichtigste zuerst: Suite raus, Components rein
  2. B2B ist ein Spektrum
  3. Was die B2B Components können
  4. Auf welchem Plan die B2B Components liegen
  5. Was die Components abdecken, wo weiter Integration nötig ist
  6. Wann Shopware für B2B passt, wann nicht
  7. Von der B2B Suite zu Components migrieren
  8. Fazit

Das Wichtigste zuerst: Suite raus, Components rein

Die Shopware B2B Suite war die ursprüngliche B2B-Lösung: eine monolithische Erweiterung, die als ein Paket ausgeliefert wurde. Entweder du hattest sie, oder nicht. Anpassungen liefen über dieses geschlossene Bundle.

Die B2B Components sind der Nachfolger. Statt eines Pakets bekommst du einen modularen, API-first aufgebauten Baukasten, der direkt im Shopware-6-Core sitzt. Jedes Modul lässt sich einzeln aktivieren, konfigurieren und sogar pro Mitarbeiter, Rolle oder Geschäftspartner an- und abschalten.

Der Status ist eindeutig. Laut Shopware-Dokumentation wird die B2B Suite ab Shopware 6.8 nicht mehr unterstützt, und für neue Evolve-Installationen stehen bereits seit 2025 nur noch die Components zur Verfügung. Übersetzt heißt das: Die Suite bekommt keine Zukunft mehr, die Components sind der Weg, auf dem Shopware weiterbaut.

Wichtig ist trotzdem der gleiche Grundsatz wie früher: B2B ist nicht gleich B2B. Bevor du über Module oder Pläne nachdenkst, lohnt sich der Blick auf die Komplexitätsstufe, auf der du wirklich stehst.

B2B ist ein Spektrum

"B2B" ist keine klare Grenzlinie, sondern ein Spektrum mit drei deutlich unterschiedlichen Komplexitätsstufen.

Level 1: Einfaches B2B. Ein paar Geschäftskunden bestellen regelmäßig größere Mengen. Sie brauchen einen Login und vielleicht ein paar rabattierte Preise. Ein Kundenkonto mit reduzierten Preisen, fertig. Das kann jede Shopware-Variante, dafür brauchst du keine B2B Components.

Level 2: Strukturiertes B2B. Mehrere Kundengruppen mit unterschiedlichen Preisen und Katalogen. Preisstaffeln nach Menge. Jede Gruppe sieht andere Produkte. Das ist schon komplexer, wird aber sauber lösbar, sobald strukturierte Kataloge und gruppenspezifische Preise ins Spiel kommen.

Level 3: Individualisierte B2B-Logik. Jeder Kunde bekommt eigene Preise. Es gibt Freigabeprozesse, bevor eine Bestellung durchläuft. Bestimmte Produkte sind für bestimmte Kunden reserviert. Das System hängt am ERP. Hier zeigt Shopware seine Stärke, und hier spielen die B2B Components ihre eigentliche Rolle aus.

Die ehrliche Einordnung: Auf Level 1 brauchst du weder die Components noch zwingend Shopware. Erst ab Level 2 und vor allem auf Level 3 wird der Baukasten interessant.

Was die B2B Components können

Die Components sind kein einzelnes Feature, sondern eine Sammlung eigenständiger Module. Du kombinierst nur, was du brauchst. Das sind die zentralen Bausteine:

  • Employee Management. Geschäftskunden legen für ihre Organisation eigene Mitarbeiter-Accounts an, mit Sub-Accounts und definierten Zuständigkeiten. Aus einem Login wird eine Einkaufsstruktur.
  • Rollen und Rechte. Rollen und Berechtigungen werden gezielt vergeben. Du legst fest, wer bestellen, freigeben oder nur einsehen darf. Kunden können eigene Freigaberegeln für ihre Rollen definieren.
  • Order Approval. Ein echter Freigabe-Workflow im Storefront. Eine Bestellung geht erst raus, wenn die zuständige Person sie genehmigt. Genau das musste bei der alten Suite noch selbst gebaut werden, jetzt ist es ein Modul.
  • Quote Management. Anfragen, individuelle Angebote und Verhandlungen laufen direkt in der Plattform. Deckt die typische Arbeit von Vertriebsmitarbeitern ab, statt sie in Mail und Excel auszulagern.
  • Individual Pricing. Rabatte und Sonderpreise pro Kunde oder Organisationseinheit, als Prozentwert, Fixbetrag oder Mengenstaffel, direkt im Storefront wirksam.
  • Quick Order. Schnellbestellung über Artikelnummern oder den Upload einer Bestellliste. Für Einkäufer, die genau wissen, was sie brauchen.
  • Shopping Lists. Teilbare, dynamische Bestelllisten, mit denen mehrere Beteiligte gemeinsam einkaufen.
  • Organization Units. Abteilungen innerhalb eines Kundenunternehmens mit eigenen Lieferadressen, Zahlungsarten und Zugriffsrechten.
  • Budget Management. Geschäftskunden kaufen innerhalb definierter Budgets ein, mit Kontrolle über Ausgaben.
  • Advanced Product Catalogs. Kataloge, die auf einzelne Kundensegmente zugeschnitten sind.

Der eigentliche Vorteil ist die Modularität. Ein kleiner B2B-Shop aktiviert vielleicht nur Quick Order und Employee Management. Ein Großhändler mit komplexen Einkaufsorganisationen nutzt Freigaben, Budgets, Organisationseinheiten und individuelle Preise zusammen. Du zahlst und pflegst nicht ein starres Komplettpaket, sondern setzt den Funktionsumfang aus Bausteinen zusammen.

Auf welchem Plan die B2B Components liegen

Das ist oft missverstanden: Die B2B-Funktionen sind nicht in jeder Shopware-Installation vorhanden. Sie gehören zur kommerziellen Erweiterung und sind an den Plan gebunden.

BereichCommunityRiseEvolveBeyond
KundenkontenJaJaJaJa
Kundengruppen-PreiseJaJaJaJa
B2B Components (Module)NeinNeinJaJa

Konkret: Kundenkonten und einfache Kundengruppen-Preise, also Level 1, deckt jede Variante ab. Die eigentlichen B2B Components mit Freigaben, Quotes, Budgets, Organisationseinheiten und individuellem Pricing bekommst du ab dem Evolve-Plan, und ebenso im Beyond-Plan. Der Plan-Aufpreis ist ein realer Kostenfaktor und gehört früh in die Anforderungsanalyse. Konkrete Konditionen hängen von Umsatz und Setup ab, das klärt man am besten direkt.

Was die Components abdecken, wo weiter Integration nötig ist

Ein wichtiger Unterschied zur alten Suite: Vieles, das früher komplett selbst gebaut werden musste, ist heute Modul. Freigabeprozesse, Budgets, Angebotsverhandlung, individuelle Preise. Das reduziert Eigenentwicklung spürbar.

Was die Components trotzdem nicht von selbst erledigen, ist die Anbindung an eure Systemlandschaft. Genau hier liegt bei ernsthaften B2B-Projekten der größte Aufwand:

  • ERP-Anbindung. Preise rein, Bestand raus, Bestellungen ins ERP, Rechnungen zurück. Das ist Integrationsarbeit mit APIs, Message-Queues und Datentransformationen. Die Components liefern die B2B-Logik im Shop, nicht die Synchronisation mit eurem Backend.
  • Reservierte Mengen und komplexe Bestandslogik. Wenn ihr Mengen kundenspezifisch reservieren müsst, ist das je nach Anforderung eine Erweiterung auf Basis der Plattform.
  • Individuelle Preise aus dem ERP in Echtzeit. Individual Pricing im Storefront ist die eine Seite. Woher die kundenspezifischen Preise kommen und wie aktuell sie sind, entscheidet eure Integration.

Die Faustregel: Die B2B Components verkürzen den Weg zu B2B-Funktionen im Shop erheblich. Der Betrieb, der wirklich läuft, entsteht durch die saubere Anbindung an ERP, PIM und Logistik. Das ist Projektarbeit, kein Häkchen in einer Konfiguration.

Wann Shopware für B2B passt, wann nicht

Shopware ist stark für B2B, aber kein Universalwerkzeug für jedes Modell.

Shopware mit B2B Components passt, wenn:

  • ihr auf Level 2 oder 3 seid, also strukturierte Kataloge, Kundengruppen, Freigaben oder individuelle Preise braucht
  • eure Kundenbasis überschaubar bis mittelgroß ist
  • ihr ein ERP anbinden wollt, auch mit anspruchsvoller, aber planbarer Synchronisation
  • ihr bereit seid, in Integration zu investieren, statt ein fertiges Standardprodukt zu erwarten

Andere Wege lohnen sich, wenn:

  • euer Geschäftsmodell auf echter Marktplatz- oder Vermittler-Logik mit vielen Verkäufern aufbaut
  • ihr extrem viele Kunden mit komplett unterschiedlichen Preis- und Regelwerken in Echtzeit synchron halten müsst
  • ihr eine composable Architektur wollt, in der die B2B-Komplexität in eigenen Services statt im Shop-Core liegt

Für den letzten Fall lohnt der Blick auf eine Headless-Architektur mit commercetools. Und wenn du nicht sicher bist, auf welchem Level du stehst, hilft der B2B-Plattformvergleich bei der Einordnung.

Von der B2B Suite zu Components migrieren

Wenn ihr die alte B2B Suite im Einsatz habt, ist die Migration keine Kür mehr, sondern Pflicht mit Frist. Shopware stellt dafür eine Migrations-Erweiterung bereit, die den Umzug unterstützt. Trotzdem ist es kein reines Update, sondern ein Wechsel der Architektur:

  • Die B2B-Datenstruktur, Rollen und Preislogik werden auf die Component-Module abgebildet.
  • Individuelle Erweiterungen, die früher gegen die Suite gebaut wurden, müssen auf die neue API umgestellt werden.
  • Was ihr an eigener Logik habt, prüft ihr Modul für Modul: Was übernimmt jetzt ein Standard-Component, was bleibt custom?

Wer das früh plant, wandelt den erzwungenen Umzug in ein sinnvolles Aufräumen um. Häufig lässt sich Eigenentwicklung streichen, weil ein Standard-Modul die Aufgabe übernimmt. Das ist der richtige Moment, das gesamte Setup zu hinterfragen, ähnlich wie bei einem Replatforming.

Fazit: Modular denken, sauber migrieren

Die Shopware B2B Suite hat ihren Zweck erfüllt, aber die Zukunft heißt B2B Components: modular, im Core, API-first. Wer neu baut, baut mit den Components. Wer die Suite hat, plant die Migration vor Shopware 6.8.

Der häufigste Denkfehler bleibt derselbe wie früher: zu glauben, ein B2B-Label sei ein fertiges Setup. Ist es nicht. Die Components geben dir starke Bausteine im Shop. Was euer Portal am Ende wirklich kann, entscheiden die Auswahl der Module und vor allem die Anbindung an eure Systeme.

Bevor ihr euch festlegt, klärt sauber, auf welchem Level ihr steht und welche Module ihr braucht. Genau das schauen wir uns im Erstgespräch gemeinsam an: welche Components passen, was Standard bleibt und wo echte Integration nötig ist. Ehrlich, konkret, ohne Verkaufsdruck.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Shopware B2B Suite und B2B Components?
Die B2B Suite ist die ältere, monolithische Erweiterung, die als ein Paket ausgeliefert wurde. Die B2B Components sind der modulare, API-first aufgebaute Nachfolger im Shopware-6-Core. Du aktivierst einzelne Module wie Quick Order, Freigaben oder Quotes gezielt, statt ein komplettes Bundle.
Wird die Shopware B2B Suite eingestellt?
Laut Shopware-Dokumentation wird die B2B Suite ab Shopware 6.8 nicht mehr unterstützt. Für neue Evolve-Installationen stehen seit 2025 nur noch die B2B Components zur Verfügung. Wer die Suite im Einsatz hat, sollte die Migration planen, solange noch Zeit ist.
In welchem Shopware-Plan sind die B2B Components enthalten?
Die B2B Components sind Teil der kommerziellen Erweiterung und in den Plänen Evolve und Beyond enthalten. In der kostenlosen Community-Variante und im Rise-Plan sind sie nicht dabei.
Brauche ich für individuelle Preise und Freigaben noch Eigenentwicklung?
Vieles, das früher custom gebaut werden musste, decken die Components heute von Haus aus ab: Freigabe-Workflows, Budgets, individuelle Preise, Angebote. Die Anbindung an euer ERP für Preise, Bestände und Bestellungen bleibt Integrationsarbeit und ist meist der größere Posten.
Kann ich B2B und B2C mit Shopware 6 parallel betreiben?
Ja, über getrennte Verkaufskanäle in einer Instanz. Das erhöht die Komplexität, spart aber Betrieb gegenüber zwei getrennten Systemen. Was für euch sinnvoller ist, hängt von Katalog, Preislogik und Team ab.

Klingt nach eurem Projekt?

30 Minuten Erstgespräch. Kostenlos, ehrlich, ohne Verkaufsdruck. Wir hören zu, stellen die richtigen Fragen und geben eine klare Einschätzung.

Termin vereinbaren

Erst Klarheit.
Dann Entscheidung.

30 Minuten Erstgespräch. Wir hören zu, stellen die richtigen Fragen und geben eine klare Einschätzung.

Termin vereinbaren

Kostenlos & unverbindlich · 30 Min.