"Was kostet uns Shopify?" Das ist die erste Frage in praktisch jedem Erstgespräch. Und die einfache Antwort "ab rund 36 EUR pro Monat" ist Unsinn. Das ist die Plattform-Gebühr allein. Die echten Kosten entstehen durch Transaktionsgebühren, Apps, Themes und den ganzen Setup- und Anpassungsaufwand. Wie hoch sie ausfallen, entscheidet die Komplexität: Wer mit einem Theme startet und die Standard-Apps nutzt, liegt in einer ganz anderen Größenordnung als jemand mit individueller Preislogik und ERP-Anbindung. Wir zeigen dir beide Enden und wofür das Geld jeweils draufgeht.
Kurz: Shopify Kosten im Überblick. Die Shopify Kosten bestehen aus drei Teilen: dem Tarif ab rund 36 €/Monat, den Zahlungs- und Transaktionsgebühren auf jede Bestellung, und der einmaligen Umsetzung. Nur die ersten beiden lassen sich vorher ausrechnen, und wer noch wenig verkauft, bleibt dort im zweistelligen Bereich pro Monat. Die Umsetzung hängt an deinen Anforderungen und reicht vom Theme-Setup bis zum Shop mit ERP-Anbindung und eigener Preislogik. Wir zeigen dir unten, wie du deine eigene Rechnung aufstellst.
Inhalt
- Die Shopify-Plangebühren: Wer braucht welchen Plan?
- Transaktionsgebühren: Der größte versteckte Kostenfaktor
- Apps: Wie sich die Kosten summieren
- Theme und Design: Kostenlos oder Premium?
- Entwicklungskosten nach Komplexität
- Was dein Shopify-Projekt kostet: selber rechnen statt raten
- Shopify vs. Shopware: Der ehrliche Kostenvergleich
Die Shopify-Plangebühren: Wer braucht welchen Plan?
Shopify bietet aktuell vier Pläne: Basic, Shopify, Advanced und Plus. Die genauen Preise können sich ändern (zum aktuellen Zeitpunkt beginnt Basic bei rund 36+ EUR/Monat, Plus bei rund 2.300+ EUR/Monat). Aber die Plattform-Gebühr ist nur der Anfang.
Der Basic-Plan ist tatsächlich das richtige Einstiegsprodukt wenn du gerade anfängst. Du bekommst die volle Shopify-Kraft: Produktverwaltung, Kundenverwaltung, Auftragsverarbeitung, ein kostenloses Theme. Die meisten Features unterscheiden sich zwischen Basic und Shopify nicht wirklich. Der Unterschied liegt in den Limits: Basic erlaubt 2 Mitarbeiteraccounts statt 15, die API hat etwas niedrigere Limits, und einige erweiterte Berichte sind nicht enthalten.
Advanced bietet noch mehr API-Kapazität, mehr Mitarbeiteraccounts und erweiterte Fulfillment-Features. Die meisten Stores wachsen nicht in diesen Plan rein. Du brauchst ihn nur wenn du mehrere Kanäle, komplexe Fulfillment-Abläufe oder sehr hohe API-Anforderungen hast.
Shopify Plus ist etwas ganz anderes. Das ist Enterprise-Software mit dediziertem Support, eigenen Verträgen, Zugang zu erweiterten APIs und einem eigenen Account Manager. Der Einstiegspunkt liegt zum aktuellen Zeitpunkt bei rund 2.300+ EUR/Monat, realistisch landen Plus-Stores eher bei 3.000+ EUR monatlich bei Shopify selbst. Dazu kommt dann noch die Infrastruktur und das Team.
Der entscheidende Punkt: Bei der Wahl des Plans geht es nicht um "wie viele Produkte kann ich haben" sondern um "welche Leistung brauche ich". Für die meisten wachsenden Unternehmen ist Shopify der richtige Plan. Ein etablierter Store mit mehreren Millionen Umsatz läuft eventuell auf Advanced.
Transaktionsgebühren: Der größte versteckte Kostenfaktor
Hier versteckt sich der Großteil der Kosten und hier machen die meisten Shops ihren teuersten Fehler.
Wenn du Shopify Payments nutzt (also die eigene Zahlungsabwicklung von Shopify selbst), zahlst du null zusätzliche Transaktionsgebühren. Das ist nicht falsch gelesen. Shopify hat das bewusst so gemacht. Mit Shopify Payments zahlst du nur die normalen Kreditkartengebühren die jeder Payment-Provider kostet (circa 1,5 bis 2,5 Prozent für europäische Karten). Das ist nicht "Shopify-Gebühren" sondern Bankgebühren für die Zahlungsabwicklung. Die zahlst du überall.
Aber viele Shops nutzen nicht Shopify Payments. Sie nehmen Stripe, PayPal oder andere Payment-Provider über die Shopify App. Bei jedem Kauf fällt dann eine zusätzliche Transaktionsgebühr an: 0,5 bis 2 Prozent extra. Wenn ein Shop 100.000 EUR monatlich Umsatz generiert und 0,5 Prozent Transaktionsgebühren zahlt, sind das 500 EUR extra pro Monat. Im Jahr 6.000 EUR. In drei Jahren 18.000 EUR.
Das ist der Punkt wo Shops stolpern. Sie setzen Stripe auf, alles läuft gut, und nach ein paar Jahren realisieren sie: "Moment, wir zahlen ja 0,5 bis 2 Prozent zusätzlich auf jeden Verkauf?" Ja. Wenn du nicht Shopify Payments nutzt, zahlst du diese Gebühren.
Wann ein externer Anbieter trotzdem richtig ist
"Dann nimm halt Shopify Payments" ist die naheliegende Antwort, greift im DACH-Markt aber zu kurz. Es gibt eine Reihe von Gründen, warum Shops bewusst einen weiteren Anbieter dazunehmen:
Rechnungskauf. Die in Deutschland beliebteste Zahlart im B2C und faktisch Pflicht im B2B. Für den B2C-Fall lässt sich Klarna inklusive Rechnungskauf direkt über Shopify Payments einbinden, dann fällt keine zusätzliche Shopify-Transaktionsgebühr an. Für B2B-Rechnungskauf mit Limitprüfung, Zahlungszielen und Ausfallschutz braucht ihr spezialisierte Anbieter wie Billie, Mondu oder Riverty. Dort greift die Transaktionsgebühr dann sehr wohl. Wer Rechnungskauf ganz weglässt, spart Gebühren und verliert Bestellungen.
Lastschrift und Zahlungsziele. Im B2B erwarten Kunden SEPA-Lastschrift und Zahlungsziele. Auch das läuft über externe Anbieter.
Länder und Branchen. Shopify Payments ist nicht überall verfügbar, und bestimmte Branchen sind ausgeschlossen. Das merkt man ungern erst beim Go-live, also vorher prüfen.
Bestehende Konditionen. Wer schon Volumen hat, hat oft Konditionen verhandelt, die günstiger sind als der Standard. Dann kann sich der externe Anbieter trotz Transaktionsgebühr rechnen.
Buchhaltung und ERP. Wenn euer Zahlungsanbieter sauber in die Buchhaltung läuft, ist ein Wechsel nicht nur eine Payment-Entscheidung, sondern ein Eingriff in einen funktionierenden Prozess.
Die ehrliche Formulierung lautet deshalb nicht "spar dir die Gebühr", sondern: Rechne den Zahlartenmix durch, den dein Markt tatsächlich verlangt. Wenn Rechnungskauf bei dir ein Drittel der Bestellungen ausmacht, ist die Frage nicht, ob du einen zweiten Anbieter brauchst, sondern welchen. Die Transaktionsgebühr ist dann schlicht ein Posten in der Kalkulation und kein Fehler.
Apps: Wie sich die Kosten summieren
Ein Shopify-Store mit nur den nativen Features ist selten. Die meisten Shops brauchen Apps für alles mögliche: E-Mail-Marketing, Bestandsintegration, SEO, Kundenservice, Rückgabeverwaltung, erweiterte Analysen, individueller Checkout, Versand-Optimierung. Die Liste ist endlos.
Typische kleine Shops nutzen 5 bis 10 Apps. Das kostet ab 50+ EUR im Monat. Ein mittlerer Shop mit 10 bis 15 Apps zahlt 150+ EUR monatlich. Ein großer Shop mit komplexen Anforderungen kann 500+ EUR monatlich für Apps ausgeben.
Aus unserer Erfahrung seit 2011: Die besten Shops entstehen wenn die Technologie passt. Nicht wenn sie glänzt.
Warum ist das relevant? Weil viele Shops die Basis-Plangebühr sehen und dann 500 EUR App-Kosten vergessen. Die Rechnung ist: Plangebühr plus im Durchschnitt 200+ EUR App-Kosten ergibt schnell 250 EUR monatlich und mehr. Das ist die Realität für einen sich selbst verwaltenden Store.
Welche Apps sind sinnvoll? Das hängt vom Anwendungsfall ab. Für einen B2C-Store mit normalen Anforderungen sind die Kategorien:
- E-Mail Marketing (Klaviyo, Omnisend)
- SEO und Rich Snippets (Plug SEO, PageFly)
- Kundenbewertungen und sozialer Beweis (Loox, Trustpilot)
- Bestandsverwaltung (wenn du Multi-Channel brauchst)
- Erweiterte Analysen (wenn die nativen Berichte nicht reichen)
Das ist oft alles was du brauchst. Vier bis fünf solide Apps. Die kosten zusammen 50+ EUR pro Monat. Nicht mehr.
Theme und Design: Kostenlos oder Premium?
Kostenlose Themes reichen für die meisten Stores. Das ist ernst gemeint. Shopify investiert viel in die kostenlosen Themes und sie sehen modern aus, laden schnell, sind mobil-optimiert.
Wenn du ein eigenes Design brauchst, gibt es käufliche Themes oder vollständig individuelle Theme-Entwicklung. Premium Themes kosten 180+ EUR einmalig. Das ist ein einmaliger Kostenfaktor.
Viele Shopify Agenturen würden jetzt sagen "Kauf ein Premium Theme und pass es an". Das ist oft gut genug. Wenn du aber ein wirklich eigenes Marken-Design brauchst das aus deinem Marketing entspringt, brauchst du individuelle Entwicklung. Das bewegt sich dann nicht mehr im Bereich eines gekauften Themes, sondern ist ein eigenes Projekt mit mehreren Monaten Entwicklungszeit. Mehr dazu im nächsten Punkt.
Entwicklungskosten nach Komplexität
Die Entwicklungskosten hängen daran, wie viel ihr über den Standard hinaus braucht. Wir denken in fünf Stufen, die aufeinander aufbauen. Die Zahlen sind Einstiegswerte aus unseren Projekten, keine Festpreise: Was euer Vorhaben konkret kostet, steht nach der Anforderungsaufnahme.
Stufe 1: Shopify-Standard einrichten. Ab 15.000 Euro. Theme aufsetzen, Produkte und Varianten importieren, Versand, Steuern und Payment konfigurieren, rechtliche Pflichtseiten. Der größere Teil davon ist keine Technik, sondern die Bestandsaufnahme davor: Was muss der Shop können, welche Daten habt ihr, in welcher Qualität liegen sie vor, was davon ist Standard und was nicht. Wer diesen Schritt überspringt, zahlt ihn später in Korrekturen.
Stufe 2: Apps auswählen und einrichten. Ab 2.500 Euro, stark bedarfsabhängig. Alles, was sich mit bestehenden Apps lösen lässt, kommt zu Stufe 1 dazu. Die Arbeit liegt weniger im Einbau als in der Auswahl: Welche App deckt die Anforderung wirklich ab, welche kostet monatlich mehr als sie bringt, welche zwei vertragen sich nicht. Der Betrag ist ein Einstieg, kein Richtwert: Wer nur zwei, drei Apps braucht, bleibt deutlich darunter. Wer zwanzig Anforderungen hat, liegt darüber.
Stufe 3: Systeme anbinden. Rund 10.000 Euro je Anbindung. ERP, PIM, Warenwirtschaft. Gilt für den Fall, dass es keine fertige App gibt und wirklich gebaut werden muss. Der Betrag steht für eine robuste Anbindung, nicht für das schnellste Skript: inklusive einer kleinen Middleware, die überwacht, ob die Schnittstelle noch läuft, und die meldet wenn nicht. Genau daran scheitern Anbindungen im Alltag, nicht am ersten Import.
Stufe 4: Individuelles Frontend. Ab etwa 20 Personentagen. Kein Theme, sondern ein eigenes Design. Der größte Anteil ist dabei nicht die Umsetzung, sondern die Konzeption: UI, UX, Interaktionsmuster, wie sich der Shop auf allen Geräten verhält. Diese Arbeit entscheidet, ob das Ergebnis trägt.
Stufe 5: Headless mit eigenem Stack. Ab etwa 30 Personentagen. Frontend und Backend getrennt, Shopify als API, das Frontend in Nuxt oder Next.js. Alles aus Stufe 4 plus die Architektur davor und der laufende Betrieb des eigenen Stacks danach.
Die Stufen addieren sich. Ein Shop mit Standard-Setup, drei Apps und einer ERP-Anbindung liegt bei den ersten drei Stufen zusammen, nicht bei einer davon. Umgekehrt braucht nicht jedes Projekt alle: Viele kommen mit Stufe 1 und 2 aus und sollten sich den Rest sparen.
Was brauchst du wirklich? Wenn dein Business in den nächsten drei Jahren nicht deutlich wachsen wird oder deine Anforderungen sich mit Standard und Apps lösen lassen, bleib bei Stufe 1 und 2. Sobald Daten aus einem ERP oder PIM in den Shop müssen, kommt Stufe 3 dazu. Individuelles Frontend und Headless sind für Shops, bei denen Shopify an Grenzen stößt, ihr aber im Ökosystem bleiben wollt statt zu wechseln.
Wofür ihr heute noch eine Agentur bezahlt
Eine Beobachtung, die unser eigenes Geschäft verändert hat: Reines Abarbeiten einer fertigen Spezifikation ist nicht mehr der Teil, an dem ein Projekt scheitert. Mit KI-gestütztem Development entsteht Code schneller, als früher die Spezifikation dafür geschrieben war. Wer jemanden sucht, der eine klar beschriebene Aufgabe sauber abarbeitet, findet das schnell und günstig.
Der Mehrwert einer Agentur liegt heute bei den Menschen dahinter und ihrer Erfahrung. Genau dort, wo euch auch die beste KI nicht weiterhilft: bei den Entscheidungen, die vor der Umsetzung getroffen werden.
- Welche Anforderung löst der Standard, welche eine App, welche muss wirklich gebaut werden
- Welche App hält was sie verspricht, und welche kostet monatlich mehr als sie einbringt
- Wo bindet ihr das ERP an, und was passiert, wenn die Schnittstelle nachts stehenbleibt
- Was braucht ein Feature, damit es im Betrieb trägt und nicht nur in der Demo funktioniert
- Und die unbequemste Frage: Was baut ihr besser gar nicht
Diese Fragen beantwortet euch keine KI, weil sie euer Geschäft nicht kennt und die Folgekosten einer Entscheidung nicht trägt. Dafür braucht es Menschen, die genug Shops gebaut und über Jahre betrieben haben, um zu wissen, welche Antwort in eurem Fall hält. Diese Erfahrung ist der eigentliche Mehrwert, und sie lässt sich nicht automatisieren.
Genau das ist der Teil, für den ihr eine Agentur bezahlt. Die Umsetzung liefern wir selbstverständlich mit, und wir sind darin schnell. Sie ist nur nicht mehr der Teil, an dem ein Projekt scheitert.
Agentur oder Freelancer: eine Frage der Stufe
Eine ehrliche Sache vorweg, weil sie dir Geld sparen kann: Nicht jedes Shopify-Projekt braucht eine Agentur.
Wenn du einen überschaubaren Shop brauchst, ein Theme sauber aufgesetzt, Produkte importiert, Versand und Payment konfiguriert, dann suchst du jemanden, der das schnell und ordentlich macht. Dafür ist ein guter Freelancer oft die bessere Wahl: schneller verfügbar, günstiger, und für diese Aufgabe völlig ausreichend. Wir empfehlen das offen, so wie wir es auch bei Shopware tun.
Eine Agentur bringt ihren Wert an einer anderen Stelle ein, nämlich beim Mitdenken. Welche Anforderung löst du im Standard, welche über eine App, welche baust du selbst. Wie sieht die Architektur in drei Jahren aus, wenn ein zweiter Markt dazukommt. Wo bindest du das ERP an, und was passiert, wenn die Schnittstelle ausfällt. Diese Arbeit passiert vor der ersten Zeile Code und entscheidet, ob das Projekt trägt.
Dieses Mitdenken braucht Zeit, und Zeit hat einen Preis. Unterhalb von etwa 5.000 Euro Projektvolumen bleibt für diesen Teil schlicht kein Raum. Dann zahlst du Agenturstrukturen, bekommst aber nur Umsetzung, und dafür ist ein Freelancer die sinnvollere Lösung.
Sobald eigener Code, Systemanbindungen und Folgekosten im Spiel sind, dreht sich das. Ab Stufe 3, also spätestens wenn ERP oder PIM an den Shop sollen, ist die Konzeption der Teil mit dem größten Hebel. Dort rechnet sich eine Agentur, und dort arbeiten wir.
Was dein Shopify-Projekt kostet: selber rechnen statt raten
Pauschalzahlen helfen dir hier nicht weiter, weil sie an Annahmen hängen, die für dich vielleicht gar nicht gelten. Deshalb hier die Rechenlogik statt einer Zahl.
Deine Kosten setzen sich aus drei Blöcken zusammen, und nur zwei davon sind wirklich vorhersagbar.
Block 1: Was Shopify kostet. Das ist der Tarif. Öffentlich einsehbar, monatlich fix, unabhängig davon wie viel du verkaufst.
Block 2: Was der Verkauf kostet. Das ist der Teil, den die meisten unterschätzen, und der einzige, der mit deinem Umsatz mitwächst. Die Rechnung dafür ist simpel:
Bestellungen pro Monat × durchschnittlicher Warenkorb = Umsatz. Darauf die Zahlungsgebühr, die je nach Zahlart deutlich schwankt: Kreditkarte, PayPal, Klarna und Rechnungskauf liegen unterschiedlich. Dein tatsächlicher Zahlartenmix entscheidet also mit, was am Ende hängen bleibt. Dazu kommt Shopifys Transaktionsgebühr, falls du einen externen Zahlungsanbieter nutzt.
Setz deine eigenen Zahlen ein, dann hast du diesen Block belastbar. Wer noch kaum Bestellungen hat, kommt hier tatsächlich mit dem Basistarif und wenigen Euro Gebühren aus. Das ist kein theoretischer Fall, sondern der Normalfall am Anfang.
Block 3: Was die Umsetzung kostet. Hier liegt die Spanne, und hier arbeiten wir standardmäßig nicht mit Stunden, sondern mit Ergebnissen.
Der Normalfall: Preis pro Feature. Jedes Feature bekommt im Refinement eine Einschätzung und damit einen Preis. Für euch verhält sich das wie ein Festpreis: Ihr wisst vorher, was ein Baustein kostet, und das Risiko der Schätzung liegt bei uns. Das ist auch der ehrlichere Weg, weil ihr für ein Ergebnis bezahlt und nicht für die Zeit, die jemand dafür gebraucht hat.
Die Alternative: nach Aufwand. Wo sich ein Ergebnis vorab nicht sauber schneiden lässt, etwa bei offener Analyse oder laufender Begleitung, rechnen wir nach Personentagen. Der klassische Satz liegt bei 1.120 Euro, der für KI-beschleunigte Arbeit bei 1.680 Euro.
Der höhere Satz ist dabei kein Aufschlag auf dieselbe Leistung. An einem KI-beschleunigten Tag entsteht mehr, der Satz steht also einer kleineren Zahl von Tagen gegenüber. Wer Sätze vergleicht statt Angebote, vergleicht die falsche Zahl.
Für dein Budget heißt das: Frag nach dem Preis pro Feature, nicht nach dem Stundensatz. Und wenn doch nach Aufwand gerechnet wird, lass dir Personentage und Satz getrennt ausweisen.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht "Ist Shopify teuer?" sondern "Welche der drei Blöcke treffen auf mich zu, und in welcher Größenordnung?" Block 1 und 2 kannst du selbst ausrechnen. Bei Block 3 bekommst du von uns eine Aufwandsschätzung in Personentagen, bevor ein Angebot entsteht.
Shopify vs. Shopware: Der ehrliche Kostenvergleich
Jetzt kommt die schwierige Frage: Shopify oder Shopware? Sollte ich nicht lieber gleich mit Shopware starten um mir die Migration später zu sparen?
Das ist eine echte Frage und die ehrliche Antwort ist: Es kommt drauf an. Wir bauen beide Plattformen seit Jahren und wir haben eine klare Heuristik entwickelt. Unseren ausführlichen Vergleich findest du im Artikel Shopware oder Shopify.
Für Theme-Konfiguration und individuelle Anpassungen ist Shopify günstiger und schneller.
Ein Shopware-Projekt in Theme-Konfiguration dauert typisch 8 bis 12 Wochen, Shopify 2 bis 8. Entsprechend liegt Shopify beim Einstieg deutlich darunter. Der Grund ist einfach: Shopware ist ein Monolith mit eigenem Theme-System, Shopify hat das größere Ökosystem an Themes und Apps.
Bei Systemanbindungen kehrt sich das Bild nicht um, wird aber differenzierter. Shopware 6 bietet dafür ebenfalls Admin- und Store-API sowie ein App-System, bei dem Apps als externe Services laufen. Der Unterschied liegt weniger in der Anbindung selbst als im Betrieb: Shopware self-hosted heißt eigenes Hosting und eigene Update-Verantwortung, bei Shopify steckt das im Tarif.
Ab individuellem Frontend wird es kompliziert.
Bei individuellem Frontend und tiefer Integration ist Shopware oft die bessere Wahl. Der Grund: Wenn du ein eigenes Frontend brauchst, führt bei Shopify der Weg über Headless, und das ist aufwändiger. Bei Shopware kannst du Storefront + Plugins bauen was klarer strukturiert ist.
Headless ist aufwändiger aber hat langfristige Vorteile.
Ein Hydrogen-Projekt (Shopify Headless) ist im Aufbau aufwändiger als Shopware mit individuellem Frontend. Der entscheidende Unterschied kommt danach: Bei einer eigenen Shopware-Storefront migrierst du jedes Major Update manuell, das dauert Wochen und kostet jedes Mal. Bei Headless ist Shopify die API. Die wird zwar versioniert und ältere Versionen laufen nach rund einem Jahr aus, aber das ist ein planbarer Anpassungsaufwand am eigenen Frontend und keine Migration des gesamten Shops. Wartungsfrei ist Headless damit nicht, nur anders verteilt: Den Next.js- oder Nuxt-Stack musst du selbst pflegen.
"Shopware rechnet sich über die Zeit" ist ein Mythos.
Das hören wir oft: "Shopware ist teuer am Anfang aber rechnet sich über 3 Jahre." Das lässt sich so pauschal nicht halten. Beide Plattformen können günstig oder teuer sein, je nachdem wie viel ihr über den Standard hinaus braucht.
Konkrete Summen nennen wir hier bewusst nicht. Sie hängen so stark an Anforderungen, Zahlartenmix und Betriebsmodell, dass jede Zahl ohne diesen Kontext in die Irre führt.
Was bei Shopware dazukommt, ist der Betrieb: Hosting, Updates und Infrastruktur liegen bei euch oder eurem Dienstleister, während Shopify das im Tarif abdeckt. Ob daraus am Ende höhere Gesamtkosten werden, hängt davon ab, wie viel ihr individuell braucht.
Wir arbeiten dabei mit einer eigenen Faustregel, die sich in unseren Projekten bewährt hat: Solange weniger als etwa ein Drittel individuell entwickelt werden muss, trägt eine Standard-Plattform. Das ist eine Architektur-Entscheidung, keine Plattform-Entscheidung. Wenn du darüber hinausgehen musst, musst du deine Architektur ändern (Headless Frontend oder Microservices), nicht automatisch die Plattform wechseln. Eine Headless-Lösung mit Shopify kann oft günstiger sein als Shopware mit individuellem Frontend.
Das Wichtigste: Wähle die Plattform nach deinen Anforderungen, nicht nach dem anfänglichen Preis. Wenn euer Anforderungsprofil mit Standard und Apps abgedeckt ist, kommt ihr mit Shopify schneller live. Sobald tiefe Individualisierung dazukommt, lohnt der ehrliche Vergleich.
Fazit: Shopify ist nicht "billig" aber fair
Shopify kostet für einen ernsthaft betriebenen Shop mehr als die 36 EUR Tarifgebühr. Wie viel mehr, entscheidest zu großen Teilen du selbst: über die Zahl der Apps, über den Zahlartenmix und darüber, wie viel individuell gebaut werden muss. Wer mit Theme und Standard-Apps startet, bleibt bei überschaubaren laufenden Kosten. Wer ERP anbindet und eigene Logik braucht, landet in einer anderen Größenordnung.
Das ist nicht wenig. Aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Du bekommst eine Plattform die stabil läuft, kein Team brauchst um sie zu betreiben, und bei der Updates und Hosting nicht euer Problem sind. Du bezahlst für Stabilität, nicht für Leistung die du nicht brauchst.
Der echte Kostenfaktor ist nicht Shopify selbst, sondern dein Projekt. Je klarer die Anforderungen zu Beginn, desto weniger Umwege in der Entwicklung. Der Unterschied zwischen einem Shop, der weiß was er will, und einem, der unterwegs ständig nachschiebt, liegt schnell beim Doppelten oder Dreifachen. Nicht weil die Plattform teurer wird, sondern weil jede Änderung nach dem Bauen mehr kostet als davor.
Das ist nicht Shopifys Schuld sondern eine Frage der Projektplanung. Und da können wir helfen.